Geschichte: Berndt von Ramin, Besitzer des Rittergutes Stolzenburg, schloss mit dem Glasbläser Zänker einen Vertrag, auf dem Gebiet (Wüstung) Gorin eine Glashütte mit acht Gebinden sowie drei Wohnhäusern mit vier Gebinden zu erbauen. Am 9. Juni 1665 wurde die Glashütte in Betrieb genommen. Es fanden drei Glasbläserfamilien Arbeit.
Zur Betreibung der Glashütte musste der Besitzer sich verpflichten Baumaterial heran schaffen zu lassen, Wiesen zur Verfügung zu stellen und Wälder abholzen zu lassen, dass die Glasbläserfamilien nicht nur in der Glashütte arbeiten konnten, sondern ebenso ihren Lebensunterhalt mit Nahrungsmitteln gewährleisten konnten. Ebenso verpflichtete sich der Besitzer in den ersten sechs Jahren keine Pacht zu nehmen, um die Glasbläser zu binden. Danach konnte er Forderungen erheben.
Die wechselvolle Geschichte der Region um den Ort Stolzenburg spiegelte sich auch in dem Ort Glashütte wieder. Der letzte Besitzer, Adolf Distel, übernahm die Glashütte 1904, bis sie 1929 geschlossen wurde. Im Jahr 1904 wurde Glashütte von Stolzenburg getrennt.
Die Glashütte bestand anfänglich aus einem Hauptofen und zwei Wannen und wurde auf sechs Öfen erweitert, an denen ca. 100 Arbeiter tätig waren. Es wurde eine strikte Arbeitsteilung eingehalten. Jeder in der Glashütte hatte seine Aufgabe. So machten die Motzer (Lehrlinge) der Glashütte die niedere Arbeit, die Einträger brachten das Rohmaterial vom Ofen in den Kühlofen. Die Rohstoffe für die Glasherstellung wie Sand, Mergel, Brennholz und Pottasche waren in diesem Gebiet reichlich vorhanden. So wurde das Holz zur Energiegewinnung und die Asche als Flussmittel - um die Schmelztemperatur herab zu setzen - genutzt. Die Arbeitstemperatur für die Glasherstellung war aber dennoch sehr hoch. Sie betrug 1400 bis 1800 Grad.
Gefertigt wurden Gefäße für Weinhandlungen, Bierbrauereien und Haushaltsgefäße, wie z.B. Flaschen, Ballons, Satten, Vorratsbehälter, Trichter, Wursthörner, Doppelflaschen, Gläser (Römer), Spazierstöcke, Weihnachtsständer, Figuren in Flaschenform und vieles mehr. Die Gefäße wurden per Mund geblasen oder in Formen gegossen, je nach Auftrag und Menge. Bierflaschen wurden in großen Mengen gefertigt und gingen im wesentlichen nach Stettin, später aber auch nach Mecklenburg, Holland und Dändemark. Transportiert wurden die gefertigten Waren anfangs über den Wasserweg, über die Pramow, die Randow, die Ücker und das Haff. Ab dem 10. Mai 1897 konnten die Glaswaren auch auf dem Schienenweg transportiert werden. Stolzenburg-Glashütte erhielt seinen Bahnhof.
Öffnungszeiten der Heimatstube: Die Heimatstube kann nach vorheriger Anmeldung bei Herrn Friedrich Woldt (Tel. 039744/50754) besichtigt werden.
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